Neuenburg

Wappen von NeuenburgDas Kanton liegt in der geographischen Region des Schweizer Juras in der französischsprachigen Westschweiz und kann in vier Grossregionen unterteilt werden. Entlang des Neuenburgersees zieht sich ein flacher Uferstreifen, le Littoral genannt. Die gleichnamige Hauptstadt Neuchâtel liegt am Seeufer. Nördlich davon, begrenzt durch den Chaumont, liegt das Val de Ruz.

Westlich von Neuenburg, noch in der Seeuferebene, befindet sich der Schwemmlandkegel an der Mündung der Areuse. Das Tal verengt sich weiter westlich zu einer schmalen Schlucht und öffnet sich dann zum Hochtal Val de Travers. Zwischen dem Val de Travers und dem Neuenburgersee befindet sich die Kette des Chasseron, die aber zum grössten Teil auf dem Gebiet des Kantons Waadt liegt. Der markante Felskessel des Creux du Van bildet das östliche Ende dieser Bergkette.

Nördlich des Val de Travers und des Val de Ruz zieht sich über die gesamte Länge des Kantons eine Bergkette, die ganz im Osten mit dem Chasseral ihren höchsten Punkt erreicht. Der wichtigste Passübergang ist die Vue des Alpes. Dahinter befinden sich das Vallée des Ponts und das Hochtal von La Chaux-de-Fonds. Die Schlucht des Doubs mit dem Lac des Brenets bildet einen Teil der Grenze zu Frankreich.

Der Kanton Neuenburg ist vom Mittelalter bis ins 19. Jahrhundert hinein in gewissem Sinne als Anachronismus in der Geschichte der Schweiz zu sehen. Während die meisten Orte der alten Eidgenossenschaft im Mittelalter ihre Abhängigkeit von Fürstenhäusern zu lösen vermochten, blieb dieser Kanton ein Fürstentum, dies zum Teil bis ins 19. Jahrhundert hinein. Er wurde von Alleinherrschern respektive von grossen europäischen Fürstenhäusern regiert; darin unterschied er sich auch von den in einigen Kantonen während des Absolutismus aufkommenden Herrschaftsformen einiger weniger in den Städten eingesessener aristokratischer Familien (Oligarchien). Beim Übergang an das Königreich Preussen anfangs des 18. Jahrhunderts spielte auch der Zufall eine nicht unwesentliche Rolle. Die Neuenburger Bevölkerung sah sich danach in der ungewöhnlichen Situation, sowohl zugewandter Ort der Eidgenossenschaft als auch Fürstentum in der Hand berühmter Hohenzollern wie des «Soldatenkönig» (Friedrich Wilhelm I.) oder des «alten Fritz» (Friedrich II., «aufgeklärter Absolutismus») zu sein. Dass diese «Zufallsehe» mit Preussen eher lockerer Natur war, zeigt auch der nicht allzu grosse Widerstand, den der militärisch starke preussische Staat den verschiedenen Neuenburger Abspaltungs- und Demokratisierungs-Bestrebungen im 19. Jahrhundert entgegensetzte.


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