Provinz Groningen

das Wappen der Provinz GroningenDie Provinz Groningen (niedersächsisch Grönnen) ist die nordöstlichste Provinz der Niederlande. Sie grenzt im Osten an Ostfriesland und an das Emsland (Niedersachsen). Im Norden liegt die Nordsee. Nachbarprovinzen sind Drenthe (südlich) und Friesland (westlich). Hauptstadt ist Groningen. In der Provinz Groningen werden neben der niederländischen Sprache die heimischen niedersächsischen Dialekte (Gronings) gesprochen.

Die Provinz wird auch Stad en Ommelanden ("Stadt und Umland") genannt, weil historisch die Stadt Groningen (ursprünglich sächsisch) und das umliegende Land (bis zum 15. Jahrhundert Friesisch) lange Zeit in Unfrieden miteinander gelebt hatten.

Während des 80-jährigen Krieges, genauer 1594 musste sich Groningen Stadt und die umliegenden Gebiete als siebte Provinz an die Vereinigten Niederlande anschließen. Die Führung der Provinz lag in den Händen der sogenannten "Staten". Dieses Gremium, bestehend aus Vertretern der drei Stände: Adel, Kirche und (reiche) Bürger, trat je nach Bedarf ein oder mehrmals jährlich zusammen. Die Tagesgeschäfte überließ es acht Deputierten. Dem Deputiertenrat saß der stadhouder (Statthalter) vor. Er fungierte außerdem als Vertreter der Zentralgewalt.

Der Magistrat der Stadt Groningen und eine Verwaltung der umliegenden Gebiete hielten ihre eigenen Versammlungen ab. Allerdings gab es keine mit heute vergleichbaren Strukturen wie Kommunen und Gemeinden. Die Provinz bestand im 16. Jahrhundert aus den Gauen: Hunsingo, Fivelingo, Westerkwartier, Gorecht, die Oldambten und Westerwolde. Ansonsten gab es etliche Klöster und sogenannte Kirchspiele die sich um die Armenfürsorge und Steuereintreibung kümmerten.

Die Provinz Groningen war in dieser Zeit also noch bei weitem nicht so einheitlich als Provinz erkennbar. Viele verwaltungstechnischen Maßnahmen wurden hauptsächlich zur Sicherung des Handels ergriffen.

Die Verwaltung der Provinz wurde vom Kommissar des Königs, der zu dieser Zeit noch Gouverneur hieß, beaufsichtigt. Die Provinzregierung (ab 1825 fünf Mitglieder) verwaltete zusammen mit dem Parlament die Provinz. Das Parlament wurde aus 36 Mitgliedern gebildet, die gleichmäßig aus Adel, Landeigentümern und den Bürgern der Stadt Groningen stammten. Der Zutritt zum Parlament war also weiterhin von entsprechendem Vermögen abhängig. Das Parlament der Provinz wurde Provinciale Staten genannt die Provinzregierung‚ College van Gedeputeerde Staten.

Ab dem Jahr 1850 regelte das Provinzgesetz die Rechte und Pflichten der Provinzen. Den Haag, Sitz der niederländische Regierung, verlor dadurch enorm an Einfluss. Groningen durfte, wie andere Provinzen auch, einen eigenen Haushalt aufstellen, konnte eigene Steuern erheben und durfte Gesetze erlassen. Das Parlament der Provinz wurde nun direkt gewählt. Allerdings durfte nur wählen wer über eigenes Vermögen verfügte und männlich war. Von 188.000 Bürgern blieben nur 7671 Wahlberechtigte übrig. Die Hauptaufgabe der Provinz lag bei der Wasserwirtschaft und dem Straßenbau.

 

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