Normandie

Das Wappen der Normandie. Angeblich stammt das Wappen von Wilhelm den Eroberer, doch erschien das Wappen der Normandie erst auf dem Schild von Gottfried Plantagenet, der von 1135/1144 bis 1150 regierte.Die Normandie ist eine historische Provinz im Norden Frankreichs. Das Gebiet gliedert sich in das untere Seinegebiet (die heutige Region Haute-Normandie) nördlich von Paris, das Land in Richtung Westen (Region Basse-Normandie) mit der Halbinsel Cotentin und die Kanalinseln. Zur Haute-Normandie gehören die französischen Départements von Seine-Maritime und Eure, Basse-Normandie besteht aus den Départements Orne, Calvados und Manche, die Kanalinseln gliedern sich in die Bailiwicks of Jersey und Guernsey.

In der Normandie leben 3,5 Millionen Menschen. Die größten Städte sind Rouen, Le Havre, Caen und Cherbourg. Früher war Rouen die Hauptstadt der ganzen Provinz, heute ist sie noch Hauptstadt der Haute-Normandie; die Hauptstadt der Basse-Normandie ist Caen.

Zwischen 58 und 51 v. Chr. eroberte Julius Cäsar die Region und nannte das Gebiet Lugdunensis secunda. Als erste Städte entstanden Constantia, Augusta und Rotomagnus. Gregor von Tours erwähnt für die 2. Hälfte des 5 Jh. die Niederlassung von Sachsen um Bayeux in der heutigen Normandie. 486/87 siegten die Franken unter dem Merowinger Chlodwig über den letzten gallo-römischen Heerführer Syagrius und gewannen die gallischen Gebiete nördlich der Loire. Chlodwig gründete in Rouen einen Bischofssitz. Im 7. und 8. Jahrhundert kam es zu Klostergründungen in Jumièges, St. Quen und Wandrille. 709 gründete der Bischof von Avranches das Kloster auf dem Mont-Saint-Michel. Im Jahre 841 wurde Rouen von den Normannen gebrandschatzt. Im Jahre 911 betraute Karl der Einfältige den Normannen Rollo mit dem Herzogtum.

Flagge der Stadt FalaiseZu ihrem heutigen Namen kam die Normandie im Mittelalter als Heimstatt der Normannen, die sich als Volksstamm aus einheimischen "französischen" Bewohnern und hinzugekommenen Wikingern gebildet hatten. Nach Ausweis der Sprach- und Ortsnamenforschung stammte die Mehrzahl der ansässig gewordenen Wikinger aus Dänemark, ein kleinerer Teil aus Norwegen. Es ist anzunehmen, dass deren Frauen fast sämtlich aus der ansässigen heimischen Bevölkerung stammten. Die Geschichte des Herzogtums Normandie begann, als der vermutlich aus Norwegen stammende Wikingeranführer Rollo (Gånge Rolf), der das Gebiet der Seine um Paris verwüstet hatte, im Vertrag von Saint-Clair-sur-Epte vom westfränkischen König Karl dem Einfältigen die Normandie als Lehen zugesprochen bekam (911). Er wurde so in den westfränkischen "Staat" eingebunden, sollte die Normandie gegen weitere Überfälle von außen kommender Wikinger verteidigen.

Rollos Nachfahre Wilhelm, Herzog der Normandie, gelang 1066 die Eroberung Englands, was ihm den Beinamen "der Eroberer" einbrachte. Er ließ sich dort zum König krönen. Die Normandie war bis 1087, von 1106 bis 1144 und von 1154 bis 1204 ein Teil Englands. Während des Hundertjährigen Krieges (1337–1453) war sie von 1346 bis 1360 und nochmal von 1415 bis 1450 von englischen Truppen besetzt – während des Zweiten Weltkrieges auch von der deutschen Wehrmacht. Die Küste der Basse Normandie diente den West-Alliierten als Landungszone für die lange geplante Invasion. Die folgende verlustreiche Schlacht, auch bekannt als Operation Overlord, begann am 6. Juni 1944 mit 6.400 Landungsfahrzeugen. Vor allem Caen litt sehr unter den Kämpfen, die bis zur Befreiung von Le Havre am 12. September andauerten.

Bereits Anfang des 19. Jahrhunderts entwickelte sich die Normandie zu einem beliebten Reiseziel. Als Napoleon die Hafenstadt Dieppe gemeinsam mit seiner Gattin Marie-Louise von Österreich besuchte, war Dieppe schon ein populärer Urlaubsort bei der britischen High Society. Königin Hortense der Niederlande und die Herzogin von Berry machten Dieppe kurz darauf zum ersten Seebad Frankreichs. Vor allem waren sie von den romantischen Burgen und Abteien begeistert sowie von der Möglichkeit auf den Spuren ihrer Ahnen wandeln zu können. Stendhal prägte daraufhin das Wort Tourismus und William Turner illustrierte den ersten Reiseführer "Romantic Normandy", in 2 Bänden (1828).

Besondere touristische Attraktionen sind der sagenumwobene Mont-Saint-Michel und der weltberühmte Teppich von Bayeux. Weitere Sehenswürdigkeiten sind beispielsweise der Garten und das Haus des Impressionisten Claude Monet, die weißen Kreidefelsen von Etretat und die Landungsküste, an der die alliierten Truppen am 6. Juni 1944, am sogenannten D-Day, landeten.

Die meisten ausländischen Touristen kommen aus England, Belgien und Deutschland.

 

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