Bretagne (Finistère)

Wappen der BretagneDie Bretagne war bereits im Paläolithikum besiedelt. Während die Menschen bis ins Mesolithikum von der Jagd, vom Fischfang und vom Sammeln lebten, waren sie ab 5000 v. Chr. sesshaft und betrieben im Neolithikum Viehhaltung und Ackerbau. In dieser Zeit entstanden auch die Megalithanlagen. Die meisten (Dolmen, Tumuli und Menhire) wurden zwischen 4500 und 2000 v. Chr. errichtet beziehungsweise genutzt. Aus der anschließenden Frühbronzezeit belegen reiche Grabfunde (Dolchgräber der Serie I und II) Kontakte mit England (Wessex-Kultur), Dänemark und Süddeutschland (Singen). In der Bronzezeit war die Bretagne wegen ihrer Metallvorkommen wichtig, wie zahlreiche reiche Hortfunde belegen. Um 800 v. Chr. beginnt die Eisenzeit.

 

Die Kelten nannten die Bretagne Aremorica beziehungsweise Armorica, "Land am Meer". Im 2. Jahrhundert v. Chr. lebten auf der bretonischen Halbinsel fünf keltische Stämme: die Veneter im Süden, die Osimier im Nordwesten, die Redoner im Osten, die Coriosoliter im Norden und schließlich die Namneten im Südosten. Sie bildeten keine Einheit, sondern waren zerstritten. Der mächtigste Stamm unter ihnen waren die Veneter, die im 1. Jahrhundert v. Chr. alle anderen Stämme beherrschten. Sie standen an der Spitze des Bundes aller bretonischen Stämme, die den Römern ab 58 v. Chr. Widerstand leisteten.

 

Wappen der Region FinistèreIm Jahr 56 v. Chr. besiegte Caesar mit seinen Legionen nahezu die gesamte venetische Flotte in einer verheerenden Seeschlacht. Die Romanisierung der Bretagne begann unmittelbar nach der Eroberung. Beendet war sie jedoch erst gegen Ende der Spätantike. Zu diesem Zeitpunkt war auch die keltische Sprache vermutlich fast vollständig verschwunden.

 

Kulturell haben die vielfältigen Megalithmonumente nichts "Keltisches" an sich, sondern stammen aus der Jungsteinzeit. Die Bezeichnungen für die verschiedenen Typen megalithischer Bauwerke im Deutschen sind pseudobretonisch (das heißt aus bretonischen Wurzeln auf nicht der bretonischen Grammatik entsprechende Weise zusammengesetzt): Dolmen etwa (aus bret. taol – Tisch, Tafel und maen – Stein). Die korrekte bretonische Bezeichnung lautet taol-vaen. Gleiches gilt für den Begriff Menhir (aus bret. maen – Stein und hir – lang), der im Bretonischen nicht existiert, wo stattdessen das Wort peulven verwendet wird.

 

alte bretonische TrachtKulturelle Gemeinsamkeiten mit den anderen keltischen Regionen zeigen sich außer in der Sprache auch auf anderen kulturellen Bereichen, etwa in der Literatur (worunter das große Feld der mündlichen Überlieferung fällt) und der Küche. In der mittelbretonischen Literatur haben sich Reste einer Versform namens kenganez erhalten, die dem walisischen cynghanedd stark ähneln und durch eine komplizierte Kombination von Stab-, Binnen- und Endreimen gekennzeichnet ist. Außerdem dürften die Motive der Artus-Literatur durch bretonische Vermittlung aus Großbritannien auf den europäischen Kontinent gelangt sein.

 

Die traditionelle bretonische Küche ist, so wie die der anderen keltischen Länder, trotz ihrer Vielfalt an Fischen und Meeresfrüchten primär das Produkt einer alten Viehzüchter- und Bauernkultur. Neben Fleisch spielten vor allem Milchprodukte wie gesalzene Butter und Buttermilch (die Käseproduktion blieb lange deutlich unterentwickelt), Getreidebreie (bret. yod), in Säckchen gekochter Sterz (bret. farz) und Crêpes (bret. krampouezh) Hauptrollen in der traditionellen Ernährung der ländlichen Bevölkerung.

Ich hoffe sehr, das Sie dadurch einen ersten Eindruck von der Bretagne erhalten, der Lust auf mehr macht. Wir selbst haben unseren Urlaub in der Region Finistère verbracht.

 

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